grüne Glasscheibe aus Neuglobsow

110 Jahre lang wurde in Neuglobsow Glas hergestellt. Das Holz der Wälder lieferte Energie und Asche. Aus Asche und Sand wurde Glas geschmolzen. Neuglobsow hatte eine „grüne Hütte“: Die Handfertigkeit der Glasbläser ließ aus der heißen Glasmasse grüne Glaswaren entstehen.

Sand im Boden und Holz aus dem Wald waren die Grundstoffe, die zur historischen Glasproduktion benötigt wurden. Beides war in Neuglobsow im Überfluss vorhanden. Um Glas herzustellen, brauchte man möglichst reinen Quarzsand, der geschmolzen werden musste. Die hierzu nötige Temperatur konnte aber mit der damaligen Holzfeuerung nicht erreicht werden. Erst der Zusatz von Asche aus verkohltem Holz senkte die Schmelztemperatur des Sandes.

Aus zwei Teilen Asche und einem Teil Sand wurde das Glas in einem stundenlangen Prozess erschmolzen. Holz - vor allem von Buchen - war also zum Heizen und zur Gewinnung der Asche als Rohstoff weit wichtiger als der Sand. Schon geringe Spuren von Eisenoxid im Sand ließen das Glas grün werden. In Neuglobsow wurden daher hauptsächlich grüne Bier- und Schnapsflaschen oder große grüne Ballonflaschen im Korbgeflecht hergestellt.

Glasmacherhaus in Neuglobsow am Stechlinsee

Neuglobsow hatte nacheinander zwei Glashütten. Die erste entstand 1780 auf unbewohntem Gelände am Waldrand nahe dem Dagowsee: ein großes Fachwerkgebäude mit hohem Dach über dem Brennofen und verschiedensten Nebengebäuden umher. Die Glasmacherfamilien errichteten sich einfache Wohnhäuser an zwei sandigen Wegen gleich neben dem Hüttenstandort.

Nach knapp 95 Jahren löste 1874 die zweite Glashütte die alte Hütte ab. Die neue Glasfabrik stand nur wenige Meter weiter südlich des alten Standortes und war mit einem modernen Torf-Brennofen ausgestattet. Nach weiteren gut 15 Jahren wurde aber 1890 auch hier wegen Absatzproblemen die Glasproduktion aufgegeben.

In der heutigen Ortsmitte ist von den Produktionsgebäuden der Glashütten fast nichts mehr erhalten, wohl aber einige der historischen Glasmacherhäuser und das frühere Wirtshaus. Auch der Grundriss des Ortes mit seinen Straßen geht auf die Anlage der ersten Glashütte zurück.

In einem der erhaltenen Glashäuser befindet sich das Glasmuseum mit vielen weiteren interessanten Informationen zur Glasbläserei: die historische Technik der Glasherstellung, die Menschen der Neuglobsower Glashütte und ihre Produkte. Das Neuglobsower Glasmuseum hat auch spezielle Angebote für Kinder. Erkunden Sie das Glasmacherhaus allein oder bei einer der Führungen.