Ganz unterschiedliche Menschen haben die Region um den Stechlinsee im Laufe der Jahrhunderte geprägt. Egal ob Glasmacher, Schriftsteller oder Musiker – sie alle haben Spuren hinterlassen. Manche sind heute auf dem ersten Blick sichtbar, andere muss man suchen. Eine kleine Auswahl an Stechliner Köpfen:

Johanna Louise Pirl (1733 – 1810)

Portrait von Johanna Louise Pirl

Sie gründete 1779 die Glashütte und damit den Ort Neuglobsow, weil im nahen Altglobsow die Holzvorräte für ihre dortige Glashütte zur Neige gingen. In den Folgejahren gründete sie noch zwei weitere Glashütten und erwarb das Privileg, Berlin mit Wein- und Bierflaschen zu beliefern: Jährlich 500 000 Flaschen lieferten Pirls Betriebe in die Hauptstadt.

Als sie 1810 starb, gehörte Johanna Louise Pirl zu den erfolgreichsten Glasproduzenten Brandenburgs und war eine der wenigen Unternehmerinnen überhaupt. Sie hatte von Neuglobsow aus den Aufstieg aus einfachen Glasmacherverhältnissen in die bürgerliche Mittelschicht geschafft.

Theodor Fontane (1819 – 1898)

Portrait von Theodor Fontane

Der gebürtige Neuruppiner hat wie kein Zweiter dem Stechlinsee in seinem Roman und der Region in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ein Denkmal gesetzt. Im Herbst 1873 war Fontane erstmals zu Gast in Neuglobsow. 1874 und 1893 folgten weitere Besuche. 1897 erschien als Vorabdruck „Der Stechlin“, der zwar die fiktive Geschichte einer Familie erzählt, aber das reale Neuglobsow beschreibt. Noch heute wandern daher Besucher auf Fontanes Spuren durch die Region.

Armin T. Wegner (1886 – 1978)

Portrait von Armin T. Wegner

Der gebürtige Elberfelder war nicht nur schriftstellerisch tätig, sondern machte sich auch als Menschenrechtsaktivist einen Namen. 1915 hatte er die Vertreibung der Armenier durch die Türken als Sanitätsoffizier persönlich miterlebt. 1933 protestierte er in einem offenen Brief an Hitler gegen die Judenverfolgung. Wegner wurde verhaftet und kam unter anderem in das Konzentrationslager Oranienburg. Schon 1920 war er mit seiner Schriftstellerkollegin Lola Landau nach Neuglobsow gezogen und verbrachte hier unbeschwerte Jahre. 1956 erhielt Wegner das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 1978 starb er in Rom.

Fred Raymond (1900 – 1954)

Portrait von Fred Raymond

Der österreichische Komponist gehörte zu einer Gruppe von Künstlern, die Menz als Urlaubsziel für sich entdeckten. Dazu gehörten unter anderem Schauspieler Heinz Rühmann, Musiker Peter Igelhoff und Heinz Hentschke, ehemals Direktor des Berliner Metropol-Theaters. Raymond soll in Menz maßgeblich die Musik zur Operette „Maske in Blau“ entwickelt haben, zu der Hentschke das Libretto schrieb.

Erwin Strittmatter (1912 – 1994)

Portrait von Erwin Strittmatter

Fast vierzig Jahre lang nannte der Schriftsteller Erwin Strittmatter den Dollgower Ortsteil Schulzenhof sein Zuhause. Im Juni 1954 entdeckte er mit seiner Frau Eva das Anwesen und lebte hier bis zu seinem Tod am 31. Januar 1994. In der Abgeschiedenheit verfasste der gebürtige Spremberger nicht nur seine berühmten Romane wie „Der Laden“ oder „Ole Bienkopp“, hier ging er auch seinem Hobby, der Pferdezucht nach. Seit Juni 2009 erinnert der Strittmatter-Gedenkort in Dollgow an das Leben und Wirken Strittmatters sowie seiner Frau.